Blogartikel

16.03.2026

Warum manche Pferde auf Zuruf kommen – und was das über die Bindung zum Menschen verrät

Viele Pferdebesitzer kennen diesen besonderen Moment:
Man betritt die Weide, ruft sein Pferd – und plötzlich hebt es den Kopf, spitzt die Ohren und läuft auf einen zu.

Für viele Menschen ist das einer der schönsten Augenblicke im Alltag mit ihrem Pferd.

Auch ich erlebe das regelmäßig mit meiner Haflingerstute Mira. Wenn ich sie rufe, kommt sie.

Doch warum kommt ein Pferd eigentlich auf Zuruf?
Und was sagt dieses Verhalten über die Beziehung zwischen Mensch und Pferd aus?


Pferd kommt auf Zuruf – steckt dahinter nur Futter?

Viele glauben, dass Pferde nur kommen, weil sie Futter erwarten.

Natürlich lernen Pferde sehr schnell, dass ein Mensch manchmal etwas Angenehmes mitbringt – zum Beispiel Futter, Streicheleinheiten oder Bewegung.

Wenn ein Pferd jedoch zuverlässig und regelmäßig auf seinen Menschen zuläuft, steckt meist mehr dahinter.

In der Verhaltensforschung spricht man von sozialer Orientierung.

Das bedeutet:
Das Pferd nimmt den Menschen als wichtigen sozialen Partner wahr.


Können Pferde Menschen unterscheiden?

Ja. Pferde können Menschen erstaunlich gut erkennen.

Studien zeigen, dass sie Menschen anhand mehrerer Merkmale unterscheiden können:

  • Stimme

  • Körperhaltung und Bewegungsmuster

  • Gesicht

  • Geruch

Pferde merken sich außerdem sehr genau, welche Erfahrungen sie mit einer bestimmten Person gemacht haben.

Wenn ein Pferd also besonders auf einen Menschen reagiert, ist das meist das Ergebnis vieler positiver gemeinsamer Erfahrungen.


Freiwilliges Folgen – ein starkes Zeichen für Vertrauen

Ein besonders schönes Verhalten ist, wenn ein Pferd seinem Menschen frei folgt, also ohne Halfter oder Strick.

Dieses Verhalten kennt man auch aus Pferdeherden. Dort orientieren sich Pferde freiwillig an bestimmten Sozialpartnern.

Wenn ein Pferd also:

  • neben seinem Menschen bleibt

  • Richtungswechsel mitgeht

  • sich am Tempo orientiert

zeigt es Vertrauen und soziale Bindung.


Kleine Körpersignale verraten viel

Wer sein Pferd genau beobachtet, kann oft an kleinen Signalen erkennen, wie es sich fühlt.

Typische Zeichen für positive Orientierung sind:

  • Ohren, die sich zum Menschen drehen

  • ein ruhiger, entspannter Schritt beim Näherkommen

  • eine lockere Körperhaltung

Diese Signale zeigen, dass das Pferd nicht aus Druck reagiert, sondern aus eigener Motivation.


Wie entsteht eine gute Mensch-Pferd-Beziehung?

Eine stabile Beziehung zwischen Mensch und Pferd entsteht über Zeit.

Wichtige Faktoren sind:

  • klare Kommunikation

  • verlässliches Verhalten des Menschen

  • positive gemeinsame Erfahrungen

Mit der Zeit kann der Mensch für das Pferd zu einer Art sozialem Partner werden – ähnlich wie ein vertrautes Herdenmitglied.


Ein besonderer Moment im Alltag mit Pferden

Für mich sind diese Momente mit Mira immer wieder besonders.

Wenn sie den Kopf hebt und sich entscheidet, auf mich zuzulaufen, ist das jedes Mal ein kleines Zeichen dafür, dass unsere Beziehung funktioniert.

Und genau darum geht es im Umgang mit Pferden:
nicht um Kontrolle – sondern um Vertrauen und Verbindung.

Blogartikel

19.09.2025

Pferde verstehen lernen: 5 kleine Signale, die wir oft übersehen

Pferde sprechen nicht mit Worten – und doch teilen sie uns ständig mit, wie es ihnen geht. Wer genau hinsieht, erkennt frühzeitig Anzeichen für Stress, Unwohlsein oder Freude. Viele dieser Signale sind so subtil, dass wir sie im Alltag leicht übersehen. Dabei können sie entscheidend sein für ein vertrauensvolles Miteinander.

1. Ohrenspiel – mehr als nur Richtungsanzeiger

Natürlich zeigen uns die Ohren, wohin die Aufmerksamkeit des Pferdes geht. Aber nicht nur das: Stehen die Ohren weich zur Seite, ist das Tier entspannt. Ein ständiges Hin- und Herklappen kann dagegen Nervosität oder Überforderung anzeigen.

2. Nüstern – kleine Fältchen mit großer Aussagekraft

Sanft geöffnete, runde Nüstern deuten auf Entspannung hin. Sind die Nüstern verengt und bilden sich Falten, zeigt das Anspannung oder sogar Schmerz.

3. Schweifhaltung – nicht nur beim Reiten wichtig

Ein locker schwingender Schweif ist ein gutes Zeichen. Klemmt das Pferd den Schweif ein oder schlägt heftig, zeigt es deutliche Abwehr oder Stress.

4. Lippen & Maulpartie – feine Unterschiede

Viele Pferde „kauen ab“, wenn sie sich entspannen. Hängt die Unterlippe locker, ist das ebenfalls ein Entspannungssignal. Zusammengepresste Lippen oder ständiges Kauen ohne Futter können hingegen auf Nervosität hindeuten.

5. Körperhaltung & Gewicht

Stützt ein Pferd sich auffällig stark auf ein Vorderbein oder wirkt „schief“, kann das auf Schmerzen hindeuten. Ein rundes, offenes Stehen hingegen signalisiert Ruhe und Ausgeglichenheit.


Fazit

Wer diese kleinen Signale wahrnimmt, kann rechtzeitig reagieren: Druck herausnehmen, Ruhe geben oder den Tierarzt hinzuziehen. Pferde sprechen ständig zu uns – wir müssen nur lernen, besser zuzuhören.

Silke von Seelenschnauzen

Blogartikel

13.06.2025

„Apportieren? Ich doch nicht…“ – Von wegen! Wie Katzen lernen, Beute zurückzubringen.

Manchmal sind es die kleinen Überraschungen, die uns am meisten begeistern.
Als unsere neue Katze Missy eines Tages ihr Spielzeug-Mäuschen nicht nur fing, sondern es uns zurückbrachte – und erwartungsvoll vor die Füße legte – waren wir verblüfft. Wieder geworfen, wieder gebracht. Ganz ohne Training, ganz ohne Absicht. Missy apportiert. Und sie liebt es.

Doch was zunächst wie ein Zufall wirkte, hat bei näherem Hinsehen eine spannende Grundlage im natürlichen Verhalten von Katzen – und zeigt, wie viel Potenzial im gemeinsamen Spiel steckt.

Warum apportieren manche Katzen – und andere nicht?

Apportierverhalten bei Katzen ist keine Seltenheit. Besonders häufig sieht man es bei:

  • Verspielten Jungkatzen, die sehr menschenbezogen sind

  • Katzen mit Jagdtrieb, vor allem bei leichten Beutespielzeugen

  • Rassen wie Siam, Abessinier oder Bengalen, die sehr lernfreudig sind

Apportieren ist im Kern Teil des Beutefangverhaltens. Manche Katzen bringen ihre "Beute" zurück – manchmal, um weiterzuspielen, manchmal, um sie „ihren Menschen“ zu zeigen. Wenn wir dieses Verhalten positiv bestärken, kann daraus ein echtes Spielritual werden.


So lernt deine Katze apportieren – oder zeigt dir, dass sie es längst kann

Du brauchst:

  • Ein kleines, leichtes Spielzeug (z. B. Plüschmaus, Ball, Papierkügelchen)

  • Einen ruhigen Raum ohne Ablenkung

  • Motivation und Geduld – kein Zwang!

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Beobachte deine Katze: Nimmt sie Spielzeug gern ins Maul? Trägt sie es herum?

  2. Wirf ein Spielzeug kurz – nicht zu weit!

  3. Warte ab: Manche Katzen bringen es zurück – freiwillig. Wenn ja: freudig loben!

  4. Kommt nichts zurück? Locke mit Stimme, raschel mit dem Ersatzspielzeug, belohne jede Annäherung.

  5. Wiederhole nur, solange es Spaß macht. Zwang verdirbt das Spiel.

🎯 Tipp: Wenn du mit Clickertraining arbeitest, kannst du auch gezielt das Aufnehmen, Tragen und Zurückgeben formen.


Häufige Missverständnisse

  • „Meine Katze apportiert nicht, also ist sie nicht intelligent genug“ – falsch.

  • „Katzen machen so etwas nur, wenn sie wie Hunde sein wollen“ – Unsinn.

  • „Das bringt doch nichts, ist doch albern“ – im Gegenteil! Gemeinsames Spiel stärkt die Bindung, reduziert Stress und bietet geistige Auslastung.


Missy als Lehrmeisterin

Missy hat uns gezeigt: Manchmal braucht es kein gezieltes Training, sondern einfach Raum für Entfaltung. Apportieren ist nicht für jede Katze das Richtige – aber wer weiß? Vielleicht steckt in deiner Samtpfote auch eine kleine Apportiermeisterin. Du musst es nur zulassen.


Willst du es ausprobieren?
Schreib mir gern, wenn du Fragen hast – oder wenn deine Katze das Apportieren entdeckt hat! Ich freue mich über jedes Video, jede Geschichte, jede geteilte Begeisterung.

🐾
Silke von Seelenschnauzen

📝 Blogartikel:

„Wenn Katzen unsauber werden“ 

 


🐱 Wenn Katzen unsauber werden – was steckt dahinter?

Unsauberkeit gehört zu den häufigsten Gründen, warum Katzenbesitzer:innen professionelle Hilfe suchen. Doch statt Trotz oder Protest steckt oft etwas ganz anderes dahinter: Stress, Überforderung oder Missverständnisse im Alltag.


🧠 Ursachen für Unsauberkeit

  • Plötzliche Veränderungen (z. B. Umzug, neue Tiere oder Menschen)

  • Unpassende Katzentoiletten (zu wenige, falscher Ort, schlechte Reinigung)

  • Sozialer Stress in Mehrkatzenhaushalten

  • Körperliche Ursachen (z. B. Harnwegsinfekte, Schmerzen)


✅ Was du tun kannst

  • Beobachte das Verhalten deiner Katze genau – führe ein kleines Verhaltenstagebuch

  • Lass organische Ursachen vom Tierarzt ausschließen

  • Verändere möglichst wenig gleichzeitig – Katzen sind Gewohnheitstiere!

  • Hol dir frühzeitig Unterstützung, bevor sich das Problem festigt

Je schneller die Ursache erkannt wird, desto besser lässt sich das Verhalten umkehren.


🧩 Mein Ansatz

Ich analysiere nicht nur das Verhalten, sondern auch das gesamte Umfeld deiner Katze.
Mit kleinen Veränderungen, gezieltem Training und viel Geduld lassen sich auch chronische Fälle oft sehr gut verbessern.


Du brauchst Hilfe?
Ich bin gerne für dich und deine Katze da.

🐶 Blogartikel :

"Leinenaggression beim Hund – was steckt dahinter?"

Manche Hunde sind an der Leine kaum zu halten, wenn ein anderer Hund auftaucht. Sie bellen, zerren, knurren, werfen sich in die Leine – und der Spaziergang wird zum Stress.
Was viele Halter:innen nicht wissen: Leinenaggression ist kein Zeichen von „Dominanz“ – sondern ein Hilferuf.


🧠 Was ist Leinenaggression?

Leinenaggression bezeichnet aggressives Verhalten an der Leine, meist gegenüber Artgenossen – manchmal auch gegenüber Menschen, Fahrrädern oder anderen Reizen.
Ursache ist oft eine Kombination aus:

  • Frustration (der Hund möchte hin, darf aber nicht)

  • Verunsicherung (die Leine nimmt ihm die Fluchtmöglichkeit)

  • Erlerntem Verhalten („Ich bell – der andere Hund verschwindet – Erfolg!“)

  • Schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit


🔁 Was das Verhalten aufrechterhält

  • Falsches Timing bei der Korrektur

  • Unbewusste Bestätigung durch Anspannung oder Beruhigungsversuche

  • Wenig Ausgleich im Alltag – Stress kann sich an der Leine entladen

  • Überforderung durch zu viele Reize


✅ Was du tun kannst

  • Abstand schaffen: Nicht jeder Hund muss „Hallo sagen“

  • Ruhige Schleifen gehen, wenn sich ein Hund nähert – nicht frontal auf ihn zu

  • Belohnung für ruhiges Verhalten bei Hundesichtung

  • Körpersprache deines Hundes lernen und rechtzeitig reagieren

  • Fachkundige Unterstützung suchen


💬 Mein Ansatz

Ich arbeite mit Mensch und Hund gemeinsam daran, wieder Sicherheit, Klarheit und Entspannung in den Alltag zu bringen – ohne Strafen, sondern mit Verständnis und Struktur.
Leinenaggression ist kein Dauerurteil – mit dem richtigen Training kann sie sich oft sehr gut verändern.

👉 Du brauchst Hilfe?

 

🐴Blogartikel :

Wenn das Pferd nicht (mehr) mitmacht – Vertrauensarbeit statt Druck

„Plötzlich geht er nicht mehr auf den Hänger.“
„Sie lässt sich kaum noch führen.“
„Er bleibt einfach stehen – und dann geht gar nichts mehr.“

Viele Pferdebesitzer:innen kennen solche Situationen. Das Pferd verweigert den Dienst – und der Frust ist auf beiden Seiten groß.
Aber: Pferde handeln nicht trotzig. Sie handeln aus Überforderung.


📉 Wenn der Druck steigt, geht gar nichts mehr

Pferde sind Fluchttiere. Ihr Gehirn ist darauf programmiert, auf Gefahr mit Bewegung oder Erstarren zu reagieren.
Wenn wir mit Druck, Angst oder Frust reagieren, verstärken wir oft genau das Verhalten, das wir „wegbekommen“ wollen.

Typische Ursachen für Verweigerung:

  • Unklare Kommunikation

  • Überforderung durch Tempo, Ablenkung oder Wiederholungen

  • Schlechte Erfahrungen mit bestimmten Orten oder Ausrüstungen

  • Stress in der Umgebung (Lärm, Rangordnung im Stall)


🐾 Vertrauensarbeit statt Konfrontation

Ich arbeite mit Pferd und Mensch daran, gemeinsame Sicherheit und Klarheit aufzubauen – durch ruhige Bodenarbeit, Körpersprache und gezielte Übungen.

Ziele sind:

  • bessere Führbarkeit

  • Aufmerksamkeit & Kooperationsbereitschaft

  • Stressreduktion für beide Seiten

  • langfristiger Vertrauensaufbau


🗝️ Mein Grundsatz: „Was das Pferd verweigert, ist ein Zeichen – keine Störung.“

Verhalten ist Kommunikation.
Wenn dein Pferd nicht mitmacht, ist das keine Niederlage, sondern eine Einladung zur Reflexion: Wo fehlt gerade Sicherheit, Verbindung, Vertrauen?

👉 Wenn du spürst, dass dein Pferd sich verändert hat und du nicht weiterkommst.